Eine Baufinanzierung wirft viele Fragen auf – vom Ablauf über die Höhe des Eigenkapitals bis zur richtigen Zinsbindung. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Begriffe und Entscheidungen verständlich, damit Sie gut vorbereitet in Ihre Finanzierung starten.
So läuft eine klassische Immobilienfinanzierung von der ersten Idee bis zum Einzug ab.
Bevor Sie eine Immobilie besichtigen, lohnt sich der Blick auf Ihr realistisches Budget: Nettoeinkommen, Eigenkapital, bestehende Verpflichtungen und monatlich leistbare Rate. Unser Budgetrechner gibt Ihnen in wenigen Minuten eine erste Orientierung.
Banken prüfen Ihre Bonität anhand von Einkommensnachweisen, Schufa-Auskunft und bestehenden Verbindlichkeiten. Wer Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge und Eigenkapitalnachweise frühzeitig zusammenstellt, beschleunigt den späteren Prozess spürbar.
Konditionen unterscheiden sich zwischen Banken teils erheblich. Als unabhängiger Finanzierungsvermittler vergleiche ich für Sie Angebote aus einem Netzwerk von über 850 Banken und Finanzierungspartnern und wähle die für Ihre Situation passenden aus.
Nach Auswahl des passenden Angebots wird der Kreditantrag bei der Bank eingereicht. Eine vorläufige Zusage erfolgt häufig innerhalb weniger Tage, die verbindliche Zusage meist nach 3 bis 10 Werktagen – abhängig von der Vollständigkeit der Unterlagen.
Der Kaufvertrag wird notariell beurkundet, die Bank lässt zu ihrer Absicherung eine Grundschuld ins Grundbuch eintragen. Erst danach zahlt die Bank das Darlehen aus.
Nach Auszahlung beginnt entweder der Bau bzw. die Sanierung oder Sie ziehen direkt ein. Ab diesem Zeitpunkt läuft auch Ihre vereinbarte Tilgung.
Verständliche Antworten auf die Begriffe, die bei kaum einer Baufinanzierung fehlen.
Als Richtwert gelten mindestens 10 bis 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital, um die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchgebühren, ggf. Maklerprovision) abzudecken und einen finanziellen Puffer zu behalten. Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto niedriger fällt in der Regel Ihr Zinssatz aus, da das Risiko für die Bank sinkt. Eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist möglich, aber an strengere Voraussetzungen geknüpft und meist teurer.
Die Zinsbindung (Sollzinsbindung) legt fest, wie lange der vereinbarte Zinssatz für Ihr Darlehen gilt – üblich sind 10, 15 oder 20 Jahre. Eine längere Zinsbindung bietet mehr Planungssicherheit, kostet aber meist einen leichten Zinsaufschlag gegenüber kürzeren Laufzeiten. Nach Ablauf der Zinsbindung ist für die Restschuld eine Anschlussfinanzierung zu den dann aktuellen Marktkonditionen nötig.
Der Tilgungssatz gibt an, welcher Anteil der Darlehenssumme jährlich zurückgezahlt wird – klassisch beginnend bei 1 bis 3 %. Ein höherer anfänglicher Tilgungssatz erhöht Ihre monatliche Rate, verkürzt aber die Gesamtlaufzeit und reduziert die Zinskosten deutlich. Mit unserem Tilgungsrechner sehen Sie den Effekt verschiedener Tilgungssätze direkt.
Eine Sondertilgung ist eine zusätzliche, außerplanmäßige Rückzahlung neben der regulären Monatsrate, z. B. aus einer Bonuszahlung oder Erbschaft. Viele Banken räumen kostenfreie Sondertilgungsrechte von 5 bis 10 % der Darlehenssumme pro Jahr ein. Wer diese Möglichkeit nutzt, spart oft mehrere Jahre Laufzeit und erhebliche Zinskosten.
Ein Forward-Darlehen sichert Ihnen bereits vor Ablauf der aktuellen Zinsbindung einen Zinssatz für die Anschlussfinanzierung – meist 6 bis 60 Monate im Voraus, gegen einen kleinen Zinsaufschlag je Vorlaufmonat. Das lohnt sich besonders, wenn Sie mit steigenden Zinsen rechnen und sich frühzeitig absichern möchten. Kosten, Fristen und die Abnahmepflicht stehen ausführlich auf der Seite zum Forward-Darlehen.
Läuft Ihre Zinsbindung aus, benötigen Sie für die verbleibende Restschuld eine Anschlussfinanzierung – bei der bisherigen Bank (Prolongation) oder einem neuen Anbieter (Umschuldung). Ein unabhängiger Vergleich lohnt sich fast immer. Auf unserer eigenen Anschlussfinanzierung-Seite erfahren Sie mehr und können direkt Ihre neue Rate berechnen.
Die KfW-Bankengruppe bietet zinsgünstige Förderdarlehen und teils Tilgungszuschüsse, unter anderem für energieeffizientes Bauen und Sanieren sowie für den Ersterwerb von Wohneigentum. Je nach Bundesland und Kommune existieren zusätzliche regionale Förderprogramme. Ob und welche Förderung zu Ihrem Vorhaben passt, prüfe ich gerne gemeinsam mit Ihnen. Welches Programm zu welchem Vorhaben passt und warum der Antrag vor Vorhabenbeginn gestellt sein muss, steht auf der Seite zur KfW-Förderung.
Der Beleihungswert ist der von der Bank vorsichtig kalkulierte Wert einer Immobilie, auf dessen Basis die maximale Darlehenshöhe berechnet wird. Er liegt meist unter dem tatsächlichen Kaufpreis, da Banken Marktschwankungen einkalkulieren. Ein hoher Beleihungsauslauf (Darlehen im Verhältnis zum Beleihungswert) führt in der Regel zu einem höheren Zinssatz.
Ich beantworte Ihre Fragen kostenlos und unverbindlich – persönlich, telefonisch oder per Video.
Geprüft von Jan-Luca Herrmann – Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-W-164-R88I-15. Mehr über mich. Stand: 21.09.2026.